5 Tipps bei Hochsensibilität

Hochsensibilität beschreibt Menschen, die Sinneseindrücke stärker wahrnehmen als andere. In der Psychologie ist der Begriff von der US-amerikanische Psychologin Elaine Aron in den 1990ern geprägt worden. In der Wissenschaft ist diese Benennung noch umstritten.

Was bedeutet "hochsensibel"?

Menschen, die deutlich feinfühliger auf äußere Reize reagieren, kann man als hochsensibel einstufen. Für diese Menschen ist es schwer, die vielen Reize des Alltags zu verarbeiten, denn die ausgelösten Emotionen schwingen lange nach. Das kann alle Sinne betreffen.

Ein Menschengetümmel in der Innenstadt mit vielen verschiedenen Geräuschquellen, Lärmpegeln, Gerüchen und schnell wechselnden Situationen ist für einen hochsensiblen Menschen anstrengend und führt zur Erschöpfung – die pure Reizüberflutung!

Wie betrifft es die Kinder?

Umso wichtiger ist es bei hochsensiblen Kindern darauf zu achten, dass sie Pausen bekommen, um sich regenerieren zu können. Wenn das nicht der Fall ist, stehen sie unter „Dauerstrom“. Das wiederum führt zu einem Ungleichgewicht im eigenen System und löst auf Dauer Krankheiten aus.

Hochsensibilität an sich ist keine Störung oder Krankheit. Wichtig ist, ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, was der Mensch oder Dein Kind braucht, damit es ihm gut geht.

Woran kannst Du erkennen, ob Du oder Dein Kind hochsensibel sind?

Es gibt ein paar Punkte, die- je nachdem- stärker oder weniger stark ausgeprägt sein können. Wir sind alle individuell. Nicht alle aufgeführten Merkmale müssen zutreffen oder sind bei jedem gleich stark ausgeprägt. Es ist möglich, dass eine derartige Sensibilität erst im Jugend- oder Erwachsenenalter auftreten kann.

Einige davon sind:

  • Die Umwelt wird sehr detailreich wahrgenommen
  • Die Fantasie und Gedankengänge sind sehr vielschichtig und ausladend
  • In Musik und Kunst kann intensiv eingetaucht werden
  • Die innere Wahrnehmung für den Körper oder die Gefühle ist sehr stark ausgebildet
  • Starkes Harmoniebedürfnis
  • Großer Gerechtigkeitssinn
  • Empathie und Einfühlungsvermögen sind sehr ausgeprägt – die Personen können oft die Gefühle der anderen selbst fühlen
  • Die allgemeine Stimmung anderer Menschen hat großen Einfluss auf das eigene Gefühl
  • Ausgeprägter Perfektionismus
  • Leistungsdruck und Stress sind schwer zu verarbeiten
  • Ein hohes Maß an Begeisterungsfähigkeit
  • Der Wunsch nach Unabhängigkeit und Eigenverantwortung tritt stark in den Vordergrund
  • Erlebnisse werden oft lange verarbeitet, da die Emotionen aufgrund der detailreichen Selbstreflexion lange gefühlt werden
  • Zu starre Strukturen können schwer angenommen werden
Federn
Hochsensible Kinder nehmen ihre Umgebung und Reize stärker wahr als andere

Das Besondere bei Kindern

Hochsensible Kinder haben frühzeitig tiefgründige Fragen zum Leben und dem Tod. Sie können sich häufig sehr genau ausdrücken und finden schnell passende Worte für ihre Bedürfnisse. Die Empathiefähigkeit ist oft früher und stärker ausgeprägt als bei anderen Kindern. Manchmal können sich hochsensible Kinder so stark in andere hineinfühlen, dass sie nicht mehr zwischen den eigenen und den Gefühlen anderer unterscheiden können. Es kommt zur Überforderung. Manche neigen zu Hauterkrankungen und Allergien, sind schmerzempfindlicher oder reagieren auf Gerüche und Geschmäcker stärker als andere Kinder. Ob Dein Kind hochsensibel ist, kann ein Kinder- und Jugendpsychologe überprüfen.

Was kannst Du tun?

Wenn sich herausgestellt hat, dass bei Dir oder Deinem Kind Hochsensibilität eine Rolle spielen kann, bekommst Du hier unsere 5 Tipps:

  1. Annehmen! Es ist keine Krankheit und kann durchaus ein Geschenk sein. Die „Augen zu und durch“- Taktik kann auf Dauer zu Überforderung und Krankheiten führen.
  2. Achte auf die Signale Deines Körpers und lerne Deine Bedürfnisse kennen. Jeder Mensch ist individuell und hat andere Bedürfnisse. Durch Anpassung an die „große Gruppe“ haben Hochsensible keine Chance, auf Dauer glücklich zu werden. Wenn mehr Ruhe und Zeit benötigt wird, sollten diese eingeräumt werden.
  3. Lerne Dich richtig zu entspannen. Hier können Dir Meditationen in ihren verschiedenen Varianten helfen. Wenn Du mit Deinem Kind meditieren möchtest, kannst Du hier nachlesen, wie es am besten geht. Aber auch Yoga oder Chi-Gong oder andere Arten der aktiven Entspannung können helfen, ins tägliche Gleichgewicht zu finden.
  4. Lerne Herausforderungen zu meistern und gib ihnen eine Chance. Besonders wenn Du die ersten Punkte beachtest, sind Herausforderungen- wie z.B. Prüfungen, Menschenmengen oder eine andere Stresssituation- einfacher zu meistern. An dieser Stelle ist es gut, wenn Du Mitgefühl für Dein Kind zeigen und Dich einfühlen kannst: Braucht Dein Kind Unterstützung? Müssen beispielsweise Pädagogen eingeweiht sein? Oder Familienmitglieder? Oder Freunde? Wie kannst Du für Dein Kind da sein? Wenn Du Dir nicht sicher bist, kannst Du Dir Rat bei einer psychotherapeutischen Praxis holen, z.B. hier.
  5. Nutze Deine Gabe! Ja, es kann ein Fluch sein, aber auch ein Geschenk! Wie alles im Leben hat auch Hochsensibilität zwei Seiten. Oftmals sind hochsensible Menschen kreativ, einfühlsam und haben einen guten Geschmacks- und Geruchssinn. So kannst Du das Potenzial gut in künstlerischen oder therapeutischen Berufen nutzen. Die Arbeit als Koch oder Köchin kann hier ebenfalls sehr passend sein. Für Kinder sind Hobbys im Kunstbereich oder die Arbeit mit Tieren oft hilfreich. Kinderyoga oder Tanzen fördern das Körpergefühl und die Achtsamkeit.

Sensibel und empathiefähig zu sein ist eine Gabe, die angeboren ist, aber auch erlernt werden kann! Wird sie positiv beeinflusst, unterstützt und genutzt, ist sie ein großes Geschenk für Dich und für Andere!

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